Kino und Diskussion: Barbara Buser - Pionierin der Nachhaltigkeit
Präsenz Dienstag, 20:00–22:00 Uhr — City46
Eine Veranstaltung vom Filmforum des BDA im Lande Bremen
Die Architektin Barbara Buser kehrt die Verhältnisse im Baugeschäft um: Nachhaltigkeit ist keine zusätzliche Aufgabe bei der Planung, sondern ihr Ausgangspunkt. Bei ihrer Arbeit im Sudan und in Tansania hat sie erkannt, dass Abfall immer auch Rohstoff bedeutet. Seither bewahrt sie Gebäude vor dem Abriss und baut sie mit wiederverwendeten Komponenten um. Dabei nutzt sie auch pflanzliche Materialien wie Stroh oder in Stücke geschnittene Deckenplatten als Wandkern. Praktikant*innen werden von ihr auf die Suche nach brauchbaren Fenstern und Türen geschickt, denn je weniger gebaut werden muss, desto kleiner ist der CO2-Abdruck. Gewinn wird nicht als Profit, sondern als sozialer Wertzuwachs für das Leben an einem Ort definiert. Dieses gestalterische Umdenken, das vor allem Menschen und Umwelt in den Blick nimmt, wurde von Kolleg*innen anfangs als »Gebastel« verunglimpft, erhielt jedoch 2022 die höchste Schweizer Architekturauszeichnung. Ihre zu lebendigen Begegnungsorten gewordenen Projekte sind heute wegweisend für das Bauen der Zukunft. Regisseurin Gabriele Schärer dreht seit rund vierzig Jahren aus feministischer Perspektive und wollte mit Barbara Buser bewusst eine Frau zeigen, die sich ihren Raum nimmt, statt wie in der Filmgeschichte oft üblich als tragische Figur zu scheitern. Auf ihre Protagonistin stieß die gleichaltrige Regisseurin bei Recherchen zum Konzept der „Caring Economy", einem Wirtschaften, das Fürsorge für Mensch und Umwelt über reinen Profit stellt.
CH 2026, Buch & Regie: Gabriele Schärer, 118 Min., schweizerdeutsche OmU
Weitere Termine zwischen dem 29.10 und 4.11. im City46
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